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Tankgeber wechseln / instandsetzen (von falco)

Vorab muss ich mich schonmal für die schlechte Bildqualität entschuldigen. Ich hab mich eher kurzfristig dazu entschlossen das Ganze zu dokumentieren und dann musste das Handy herhalten, aber für die Schritte reichen die Bilder aus.

Zur Problemstellung:

Ich musste aufgrund eines gebrochenen Anschlussstutzens meiner Benzinpumpe diese wechseln. Da dies kurz vor Silvester war musste das ganze schnell gehen, also habe ich lediglich die Pumpe per Express bei ATP-Autoteile bestellt, die Dichtung war leider nicht vorrätig, macht nix dachte ich, geht auch so. Ging auch so, Pumpe arbeitet einwandfrei. Der Tankgeber allerdings zeigt auch nach dem Volltanken zu wenig an und kurz vor leer immer noch zu viel. Da ich keine Lust habe die Pumpe wieder zurück zu schicken wollte ich den Tankgeber meiner alten Benzinpumpe wechseln.

Rücksitzbank hochklappen, darunter befindet sich eine Metallabdeckung, die mit drei Schrauben befestigt ist. Diese abschrauben und abnehmen, kann manchmal etwas ankleben, dann vorsichtig mit einem Schlitzschraubendreher unterhebeln.



Darunter sitzt bereits das Gehäuse der Benzinpumpe (das ist immer bei mir gemeint, wenn ich von Pumpe rede), ab hier muss man nun sehr vorsichtig sein um die Anschlussstutzen der Pumpe nicht zu beschädigen. Bei mir sitzt hier bereits die neue Pumpe drin, da ich sie ja vorher getauscht hatte, die alte war mehr oder weniger schwarz von oben und sah deutlich älter aus.




An den Benzinleitungen befinden sich je zwei weiße Entriegelungen, diese drückt man zusammen und zieht die Leitungen vorsichtig ab. Wenn man es nicht weiß, markiert man sich welche Leitung wo gesessen hat. Am Stecker für die Kabel sitzt eine Lasche, diese wird vom Halter weggedrückt und der Stecker abgezogen. (Grundsätzlich ist es sinnvoll vorher den Massepol der Batterie abzunehmen)



Um die Pumpe sitzt eine große weiße Mutter aus Plastik (zu sehen an den ganz vielen Nasen). Diese muss nun entfernt werden. Fiat benutzt dafür einen Spezialschlüssel. Versuchen kann man es mit einem Hakenschlüssel oder etwas selbstgebautem. (Ein Flachstahl, an den Enden nach unten gebogen, Aussparung an den Enden für die Nasen der Mutter, angetrieben über aufgeschweißte Schraube oder verkanteten Stahl). Dirty-Lösung: Ein Stück Hartholz und einen Hammer. Hiermit vorsichtig die Mutter gegen den Uhrzeigersinn aufklopfen. Dabei immer wieder an unterschiedlichen Nasen ansetzen. Ich hatte leider nur Weichholz, was nach der Prozedur völlig zerfleddert war und die Mutter saß immer noch zu. Ich habe eine Langnuss genommen, es geht auch ne Knarrenverlängerung etc. Allerdings muss man mit Metall noch vorsichtiger sein um nichts zu beschädigen. Ich rate also dringend zur Besorgung eines Stücks Holz.

Hat man die Mutter erstmal auf, dreht man sie ab und legt sie beiseite. Jetzt kann man vorsichtig die Benzinpumpe anheben und herausnehmen. Dabei darauf achten den Schwimmer nicht zu verbiegen. Man hebt die Pumpe ein Stück an und hält diese danach ein wenig schief. Wenn man es mit Gefühl macht kann eigentlich nichts schief gehen. Ich habe die Pumpe einen Augenblick abtropfen lassen. Es ist angenehmer wenn der Tank recht leer ist, als wenn das Benzin schon ganz oben steht. Ich habe beides ausprobiert und kann es deshalb mit Gewissheit sagen :-) Nun ist die Pumpe draußen.



Als nächstes geht es bei mir an das Tauschen der Geber. Sollte man nur die ganze Pumpe tauschen wollen, kann man die neue natürlich nun wieder einbauen. Ich habe die Pumpen miteinander verglichen und weder am Schwimmer, noch an der Konstruktion Unterschiede feststellen können.

Links ist die alte, rechts die neue Pumpe. Die linke Schraube am Hebel ist bereits etwas verrostet, da die Pumpe 10 Tage eigentlich nur auf einen freien Platz in der schwarzen Tonne gewartet hat und dies leider aufgrund ihres Gestanks nach Benzin draußen tun musste.

Die Demontage des alten Gebers ist ganz einfach:

An den beiden eingekreisten Stellen sind kleine Widerhaken, löst man diese kann man den Geber seitlich herausziehen.



Noch einmal der obere Haken in Nahaufnahme.

Vorher muss man die drei Pins abstecken, die oben zum Stecker führen. Daran hängen drei Kabel, Schwarz, Braun und weiß.

Merkt man sich die Belegung kann man diese genauso wieder an die neue Pumpe stecken, ansonsten ist Schwarz links, Braun mittig und weiß rechts.

Die obere Halteklammer vom Geber hat kaum eine richtige Aufgabe, diese muss man nur einmal lösen und sie bleibt gelöst, die untere geht ein wenig schwerer, da man zeitgleich den Geber ein wenig nach rechts aus seiner Führung schieben muss. Es geht recht gut mit einer Rohrzange, schön vorsichtig, damit man nichts beschädigt.

So soll das Ganze dann aussehen. Ausbau bei der neuen Pumpe geht exakt genauso, die Montage ist genau umgekehrt, einfach in die Führung schieben bis es einrastet und nicht vergessen oben die Pins wieder anzuschließen. Ich habe diese vorsichtshalber noch ein wenig nachgeklemmt, damit die Kabelschuhe auch schön stramm sitzen.


Einbau der Pumpe:

Letztes Mal hatte ich leider keine neue Dichtung, dieses Mal war ich natürlich aufgrund von mehr Zeit besser vorbereitet und habe mir bei Fiat eine neue Dichtung für die Benzinpumpe besorgt. Gekostet hat die Dichtung etwa 12€ und ja, sie muss sein



Bestellen könnt ihr sie anhand der rot eingekreisten Nummer. Ich glaube nicht dass es da an den Modellen Unterschiede gab, die Nummer stand auch auf meiner alten Dichtung, stimmt also zu 100%. Die alte Dichtung könnt ihr einfach vom Rand des Tanks abziehen und die neue sauber einlegen. Ich dachte zuerst dass die neue zu klein wäre, da sie deutlich mehr Platz hatte als die alte. Als ich nun aber die Pumpe wieder einsetzte, schloss die neue Dichtung deutlich besser ab als die alte. Man muss die Pumpe ein wenig in den Tank drücken sobald man den Schwimmerarm wieder in den Tank gefädelt hat. Hierbei wieder darauf achten die Anschlussstutzen nicht zu beschädigen. Mit der neuen Dichtung saß die Pumpe nach reindrücken in den Tank bereits bombenfest. Die Pumpe muss mit ihren Anschlüssen nach unten links zeigen, exakt so wie sie ausgebaut worden ist. Auf der Pumpe ist ein Pfeil aufgemalt, allerdings weiß ich nicht wo dieser nun genau hinzeigen muss, vor dem reindrücken der Pumpe sollte man diese so hindrehen, dass beide Leitungen ohne Spannungen angeschlossen werden können, dann sollte alles gut sein. Nachdem die Pumpe ihren angestammten Sitz hat muss die Mutter wieder heraufgedreht werden. Hier ist ebenfalls äußerste Vorsicht geboten, damit das Tankgewinde nicht beschädigt wird. Man brauch beim raufdrehen viel Geduld um den richtigen Sitz zu finden und Frauen scheinen hierbei grundsätzlich mehr Gefühl zu haben! Sitz die Mutter, so muss diese auch wieder festgeklopft werden. Schön vorsichtig außen rum, bis sie sich nicht mehr weiterdreht, fest ist fest. Danach wieder die Benzinleitungen anschließen, natürlich darauf achten welche Leitung wo gesessen hat. Nach dem Stecker aufstecken und anschließen des Massepols kann der erste Testlauf erfolgen.

Nur kurz die Zündung anschalten und wieder ausschalten. Dann erstmal kontrollieren ob die Pumpe an ihren Anschlüssen dicht ist, ist das der Fall kann man die Zündung länger anlassen und wieder kontrollieren ob alles dicht ist. Jetzt kann man auch sehen ob der Tankgeber überhaupt arbeitet (erstes gutes Zeichen). Nach dem Volltanken und leerfahren kann man dann noch sehen ob er auch korrekt arbeitet. Ich lasse die ersten 50km die Klappe hinten auf um zu sehen ob irgendwo Sprit rauskommt oder nicht, dann verschließe ich die Metallklappe hinten wieder, mach die Sitze runter – fertig!


PS.: Angefangen hat bei mir alles mit dem Wechsel des Benzinfilters. Sollte dieser also in letzter Zeit nicht angefasst worden sein oder ihr davon noch nie was gehört haben, wechselt diesen gleich mit, dann ist Ruhe und man hat nicht das Problem dass beim Wechsel die Stutzen kaputt gehen.

Für die Anleitung übernehme ich natürlich keine Haftung, jeder muss selbst wissen ob er sich das zutraut oder nicht. Klemmt man die Batterie ab und hängt nicht mit der Zigarette direkt über dem Tank kann dabei nichts explodieren. Sobald man hinten die Pumpe draußen hat, die Gase also austreten können, heißt es Türen auf! Zum einen ist es ungesund, zum anderen sorgt das Lüften dafür, dass sich nichts entzünden kann, auch wenn ein Funken da wäre.




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